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Dienstag, 9. November 2010

alle sollen aufstehen!

junge türken stehen auf, alte damen mit rollator stehen auf, mütter, vollbepackt mit einkaufstaschen, stehen auf, nur deutsche bauarbeiter mit i-pod und bier, studierende in der u3 und wichtige damen im funkkontakt STEHEN NIE AUF und boxen mir stattdessen beim schubsen in den dicken bauch  ohne dass sich jemand aufregt. wir haben damals schon in der ersten klasse gelernt: alten, kranken und schwangeren bietet man einen sitzplatz an. scheiß neue welt. heute vor vielen jahren hat das alles angefangen: das ende der solidarität. und ich muss das jetzt ausbaden.

Freitag, 15. Oktober 2010

wettermafia

ich hatte schon anfang der woche wieder einen begründeten verdacht: dass sie uns wieder durch die woche lotsen wollen mit falschen prognosen: kühler aber sonniger herbst. dass ich nicht lache. wo war die sonne die ganze woche über? es war genau einen tag und dann noch einen nachmittag lang sonne. das waren die tage, an denen ich im büro saß (nordseite). jetzt aber wollen sie uns auch noch verschweigen, was mit die verkäuferin im umstandmodeshop heute aus sicherer quelle berichtete (und sie sagte es, NACHDEM ich den dauenmantel gekauft habe!): es soll der kälteste winter aller zeiten werden. wörtlich sagte sie: seit immer. übersetzt: seit beginn der wetteraufzeichnung. aber das "immer" ist ein gefühltes: noch nie kam es schlimmer. immer. immer kälter wird es jetzt und im dezember werden wir so frieren, dass wir uns nach 5 grad celsius sehnen, als wärs der frühling. wir werden zittern mit wolldecken umwickelt zum spätverkauf gehen für ein brot, weil wir es nicht mehr bis zur kaufhalle schaffen vor kälte. mein kind wird keinen himmel sehen bis mai, sondern nur drinnen unter dem wärmestrahler kauern und glauben, das wäre die sonne. wir werden nicht nur nahrung für die zeit nach der geburt bunkern müssen, wir werden konserven und tiefkühlkost für ein ganzes halbes jahr auf vorrat kaufen. niemand wird uns besuchen, weil die eissschicht vor unserem haus lebensgefährlich ist. ich hoffe, dass ich auf dem weg zur klinik nicht ausrutsche. ich werde wohl doch ein paar tage auf station bleiben um heizkosten zu sparen. weil wir ja hier sowieso schon die ganze etage alleine beheizen und dann steigen noch die stromkosten für uns menschen, denen guter strom teuer ist. das alles wollte uns die wettermafia vorenthalten, die lobbypolitik mit der bundesregierung betreibt. strompreise hoch pünktlich zum kältesten winter aller zeiten. dann schreien alle nach energetischer sanierung und bumms ist das neue mietgesetz akzeptiert. und das zahlen wir alles vom niedrigeren elterngeld. und die revolution erfriert. aber seid euch eurer sache nicht so sicher. wir werden es über alle kanäle verkünden: es wird der kälteste winter seit immer. nie sollte es kälter werden. nie waren die prognosen so düster. wir werden dagegen sein und wir werden viele sein! und wir sind gewappnet. macht euch gefasst auf heiße zeiten!

Freitag, 8. Oktober 2010

morgengrauen

der morgen fing so an: hartzIV-empfänger_innen wird bereits jetzt schon das elterngeld gestrichen, obwohl das gesetz noch nicht beschlossen ist. weiter in der zeitungslektüre: die bundesregierung legt ein mietgesetz vor, nachdem jetzt die mieter nicht nur die kosten der sanierung tragen sollen (auch wenn sich dadurch keine reduktion der betriebskosten erreichen lässt) und zum ausgleich auch keine mietminderung während der baumaßnahmen geltend machen dürfen. patienten gesetzlicher krankenkassen sollen das geld für die behandlung vorstrecken, bekommen es aber in vielen fällen nicht zurück. der schlichter des konflikts um stuttgart 21, heiner geißler, macht eine offensichtlich verabredete lösung publik, an die sich die verantwortlichen minuten später nicht mehr erinnern können. kann das noch besser werden? oder ist es zeit für die brechtsche lösung: die regierung löse jetzt das volk auf und wähle sich ein neues? aber da müsste das volk erstmal aufstehen und zeigen, dass auch mit dieser regierung kein staat zu machen ist. aber wer ist das volk?

Montag, 13. September 2010

ich finde...

... nach wie vor nicht gut, dass/ was alice schwarzer in BILD schreibt. andere sehen das anders. schön kommentiert von der mädchenmannschaft.

und noch was: jedes zweite wochenende im september bleibe ich zuhause, denn das ist "fest an der panke". jedes jahr wird das schlimmer. früher kamen an diese tagen freunde aus westberlin, man tingelte am künstlerboulevard, kam hier und da ins gespräch, kaufte grafiken usw., dann etwas später gabs immer noch viel pankower künstler an der ossietzkystr., eine kleine bühne mit anspruchsvollem lokalem programm, daneben einen kuchenstand, abends feuerwerk, straßentheater und wir saßen bis in die nacht und lauschten, tranken, pallaverten. sahen uns und wurden gesehen. klar, gabs da auch schon das rumtata, aber weit weg. heute gibt es fast nur das prollprogramm. blasmusik, schlechte schlager und noch schlechtere bratwürste, nur noch die hälfte der stände, der künstlerboulevard längst sowie so schon zum kunsthandwerksmarkt verkommen, ist nur noch halb so lang und jetzt abseits in der schulstraße, keine schilder, die darauf hinweisen, clown lulu und dröhnende schottendudler geben das kulturprogramm. selbst die kinder sind davon genervt. es ist gräßlich, lieblos und das ist nicht pankow. man hört, dass eine bestimmte veranstaltungsagentur nun das ganze verantwortet. die sollen mich mal anrufen, ich sag ihnen, was da schiefläuft. mittlerweile machts die gesobau besser, das jazzfest im bürgerpark zeigt, dass es mit niveau geht. wir treffen uns  mittags im rosenrot, abends vorm amalienpark und morgens im canapee und sind sauer. sauer über einen bezirk, der so kulturlos daherkommt, dass man sich schämen muss. sauer, dass es an der straße vorne nicht weitergeht, dass baustellen den blick auf den anger verstellen, auf den wir so stolz sind. sauer, dass hier offensichtlich niemand ein konzept hat oder will oder kann. dabei leben wir hier schon immer, dabei haben wir hier mal politik gemacht,  vereine gegründet, an runden tischen gesessen, theater gespielt, alternative kultur etabliert, dutzende alte wohnungen aufgemöbelt und mittlerweile lassen wir hier trotz flugzeugen prenzlberger mieten. und dabei ist ja auch vieles von allem noch da. man muss es nur (zeigen) wollen. dieser bezirk hat uns einfach nicht verdient.

Montag, 6. September 2010

die praxis der lage

die rechtslage sieht so aus: mutti kann ihre schutzfrist mit anschließender aufzuchtszeit wahrnehmen und bekommt dafür mutterschaftsgeld und einen ausgleich vom arbeitgeber bis zur höhe des durchschnittlichen nettogehaltes der letzte drei monate vor beginn des mutterschutzes. dieser ausgleich wird nach dem aufwendungsausgleichsgesetz von den krankenkassen an den arbeitgeber in vollem umfang (bei kleinen betrieben zu 80 %) zurück erstattet. aus diesen mitteln können sollen müssen vertretungsstellen finanziert werden. das gilt auch bei individuellem beschäftigungsverbot. die rechtspraxis sieht so aus: die vertretung wird erst ab elternzeit finanziert, die zukünftige mutter wird im 5. monat der schwangerschaft darauf hingewiesen, dass die geburt ihres kindes ja nicht verbindlich gewährleistet werden könne und außerdem das geld nicht da sei - was ja nach der rechtslage eine falschauskunft im sinne einer schnöden einsparungsmaßnahme ist. der rest ist frauen- und elternfeindliche rhetorik. zukünftige mutti sorgt sich seitdem um ihre kollegen - die vier monate mehr arbeit machen müssen ohne ausgleich - und die zukunft ihres projektes - was so nicht weiterlaufen kann, wenn die arbeit nur halb getan wird. außerdem steht eine vertreterin in der spur, die nicht weiß, ab wann sie was vertritt. es werden auskünfte eingeholt, briefe geschrieben, verbündete gesucht, nerven gelassen und unnötige kämpfe geführt. die arbeit wird nicht gemacht, stattdessen wird an der rechtfertigung gearbeitet und die relevanz des ganzen arbeitsgebietes überhaupt zur disposition gestellt. nur weil sich madame anmaßt, ein kind zu bekommen. und das an der gerade erneut ausgezeichneten familienfreundlichen hochschule deutschland. das geht eben nicht nur auf dem papier, in form von maßnahmen. das ist eine kultur. nachdem sich die deutsche akademikerin jahrelang in den dienst der institution gestellt hat, kriegt der verwaltungschef nicht mal ein formal-müdes: herzlichen glückwunsch über die lippen, als er von der bevorstehenden elternschaft erfährt. dem vater des kindes wird im exzellenzzentrum keine elterzeit zugestanden und mutti muss sich um den fortbestand ihrer bisherigen arbeitsergebnisse selber kümmern. so wirds wohl nichts werden mit dem zahlreichen nachwuchs der gebildeten schichten. weil keiner begreift, dass man das auch beherzigen muss, was man sich in die statuten schreibt. und weil die falschen leute auf den entscheidungstragenden posten sitzen. mein sohn wird feminist. mit der muttermilch und notfalls mit judith butler zum einschlafen soll er das aufsaugen: das diese gesellschaft noch lange nicht verzichten kann auf das angehen gegen hegemoniale strukturen, so verdeckt sie auch als 'private probleme' getarnt sein möchten. das politische trifft einen immer privat - das sagte ich schon und andere auch. mehr lesen bei anderen frauen und frauinnen.

in erwägung unsrer dummheit

angesichts der morgendlichen zeitungsschau bin ich sprach- und ratlos: warum kommentiert frau schwarzer der kachelmannprozess in bild? der frühstücksdirektor vermutet noch so etwas wie missionarischen ethos, ich tippe schlicht auf geldgier. so viel zum thema: ideale verraten. die regierung (darf man das, was da das land aus der, na sagen wir mal: demokratie reitet, noch so nennen?) hat da weniger probleme, weil nie ideale gehabt. blanker lobbyismus. und ewig strahlt das atomkraftwerk. das wollen die uns jetzt als große stunde der ernergiepolitik verkaufen. für wie blöd haltet ihr uns? klar, wenn bild das bild-un(g)s-niveau schafft, auf das wir uns jetzt einigen wollen, dann schlage ich vor, kostenlose bildzeitungen an integrationsunwillige migrant_innen zu verteilen. und sarrazin braucht sowie einen neuen posten. ehrlich gesagt, finde ich zynismus aber nicht mehr die richtige strategie. es reicht auch nicht zu sagen, dass wir nicht mehr einverstanden sind. es ist zeit, dass wir euch jetzt öffentlich in den arsch treten, denn ich möchte nicht, dass meine kinder und enkel in einem land aufwachsen, in dem mehr als die hälfte aller menschen befürworten oder nicht mal mitbekommen, dass der ausverkauf der werte das gewissen kostet. "das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen": ökonomie hat mit ethik nichts (mehr) zu tun. wer nicht bereit ist, sich den grundrechten der menschlichkeit und einer demokratischen verfassung verpflichtet zu fühlen, der hat hier keine entscheidungen zu treffen. da müssen wir ganz früh anfangen und ich pläderiere für die politisch-moralische zwangsbildung bereits der allerkleinsten kinder von cdu- und fdp-wähler_innen, wirtschaftsbossen und vorstandmitgliedern. und im morgenkreis sprechen alle nach: du sollst nicht lügen, du sollst nicht töten, du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst! und wer das im vorschulalter noch nicht begriffen hat, der macht noch mal einen kurs.

Mittwoch, 25. August 2010

das wäre ihr preis gewesen

eine woche born in kleinem häuschen, boddenblick, mit dem fahrrad zum weststrand, teeschale, in prerow fisch bei rennhack, abends (na gut kein rotwein, aber immerhin) apfelschorle auf der terasse. das ersehnte meer. so sollte das sein. nach einem fiesen wochenende mit bauchweh und angst, sah man dann vom krankenhausfenster aus immerhin die haftanstalt, wecken morgens um 6:30 zur intravenösen therapie, doppelzimmer, eine labbrigen teebeutel in lauwarmen wasser als frühstücksgetränk, dazu komissbrot mit edamer. bei der medizinischen versorgung haben sie sich mehr mühe gegeben. ich könnte trotzdem kotzen. von meinem sofa aus merke ich, dass es langsam herbst wird: die ranken färben sich rot und die bäume wiegen sich wilder im wind. alles geht langsamer, es schöpft sich nicht mehr aus den vollen. die sehnsucht ist größer als die möglichkeiten. ich habe jetzt schonfrist und nach der schonung ist winter. dann kommt das kind, dann habe ich wieder schonfrist und dann geht es schonungslos weiter. das ist also die freudige erwartung, die gute hoffnung, das mutterlos: tragen ist ertragen. lasst mich in ruhe mit den beschwichtigungen (das gehört eben dazu, man kriegt ja auch was dafür - ruh dich mal richtig aus, später kommst du nicht mehr dazu - deine probleme möchte ich haben, wochenlag frei bei vollem gehalt), mein eigenenes schlechtes gewissen ist bergehoch: wenn sich die unzufriedenheit (ich will arbeiten, ich will aktiv sein, ich will mich nicht verändern, ich will ich will ich will) über mir auskippt tonnenschwer, was sage ich dann dem kind. jetzt kriegt es die schlechten gefühle und wird später lesen im virtuellen archiv, dass ich das so nicht gewollt habe. also kind, nicht dich nicht, aber das nicht. so nicht. deine mutter ist eine anpassungslegasthenikerin. die stellt sich nicht einfach von heute auf morgen um. reicht schon das wort: mutter. was hat das mit mir zu tun? für diesen zustand habe ich kein programm, keine sehnsuchtsbilder, nur nackte realität, die mich täglich in die schranken weist. dass das jetzt so nicht mehr geht. aber wie dann? keine flasche rotwein für eine weile seelenfrieden, kein meer für den klaren blick. der koffer bleibt unter bett. ich komm hier nicht mehr raus. ich kann nicht mal kurz wegrennen. mir fehlt die puste. und der lange atem. was soll ich mich aufhübschen, wenn man mir doch ansieht, dass ich für nichts mehr in frage komme. ich lasse mein geld jetzt im babyausstatter und im umstandsmodeshop. das hilft nur bedingt gegen den frust. das ist nur einer von den kompromissen. das, was eben geht. und gegen das alles sind deine kleinen gliedmaßen, mein kind, das einzige argument: purzelbäume im bauch. kleine glücksgluckser, die unbeirrt all meiner inneren kapriolen ihren eigenen rhythmus zappeln. du wächst und übst für das leben draußen. und ich soll dir dann erklären wie das geht: das leben. das machen wir. nächstes jahr, wenn wir am meer sitzen bei leisem wellenrauschen und du hast sand im mund und kannst lauter kreischen als die möwen. dann gieß ich mir ausnahmsweise noch ein zweites glas nach und sage: guck doch mal, wie schön das ist! und du seufzst ein bisschen, sagst babababa und alles ist gut.

Freitag, 6. August 2010

entschuldigung, das muss mal sein

du sollst sagen, dass du glücklich bist
du sollst, sagen, dass du dich freust
du sollst gelassen sein
du sollst (moderat) sport treiben
du sollst dich gesund ernähren (keine alkohol trinken, keine rohmilchprodukte essen)
du sollst dreimal am tag deinen bauch ölen und massieren
du sollst auf deine atmung achten
du sollst jedem sagen, wann es soweit ist und was es wird
du sollst dir all die geschichten anhören
du sollst nicht immer nur DARÜBER reden 
du sollst motiviert arbeiten
du sollst noch ganz viel schaffen wollen
dann sollst du nicht mehr arbeiten (wollen)
dann sollst du dich ganz auf deine neue rolle konzentrieren
das sollst du wirklich wollen (es ist die schönste zeit im leben!)
du sollst deinen partner einbeziehen
du sollst auch partnerin bleiben
du sollst erotisch wirken
du sollst weiter sex haben
du sollst gummizughosen mit würde tragen
du sollst gut informiert sein
du sollst alles regeln
du sollst die veränderung bejahen (alles wird anders!)
du sollst auf alle schwierigkeiten gefasst sein (glaub bloß nicht, dass das einfach wird)
du sollst noch einmal alles machen, wozu du dann nie mehr kommst
du sollst die zeit genießen
du sollst nicht jammern (du hast jetzt verantwortung!)
du sollst den ganzen tag lächeln
man soll es dir anssehen
du heißt jetzt mama mutti unsere schwangere
du bist jetzt eine von denen
du kannst dein ego abgeben (wird nicht mehr gebraucht)
du hast es schließlich so gewollt

Donnerstag, 1. Juli 2010

der abweichler

- wollen sie das ergebnis des ersten wahlgangs der bundespräsidentenwahl wissen? rufe ich mit hochrotem kopf in meine veranstaltung, denn ich saß bis 14:15 vorm liveticker. alle wollen. - er ist im ersten wahlgang durchgefallen, rufe ich mit der hand in siegerpose. das seminar jubelt. mein subversives herz hüpft. nur ein teilnehmer in der ersten reihe senkt betreten den kopf. einer. offensichtlich sind die verhältnisse anders.

und noch was: schämt euch, genossen!

Mittwoch, 23. Juni 2010

kopf und bauch

dass hier wieder wochenlang nichts geschrieben stand! und dass, wo die welt kopf steht, so kopf, dass mir selbst wutschnaubende worte zu harmlos erscheinen für das, was ich täglich wahrnehmen muss. soziale ungerechtkeit, verletzung demokratischer grundregeln und vetternwirtschaft sind ja nur kuschelworte gegen diesen (politischen) wahnsinn im großen und im kleinen. es fällt mir bei ölschwaden, politisch verordneter sterbehilfe für ungeborene kinder sozial schwacher familien und präsidialem pappkameradentum wirklich schwer, mich über schiedsrichter-entscheidungen im wm-kampf zu mokieren, obwohl das eine wie das andere wohl vor allem auf eines verweist: die willkürhandlungen von menschen, die mit einer verantwortlichen position betraut sind, die scheinbar keine andere legitimation mehr braucht als subjektive tatsachen. während die ganze welt zusieht und nach den bekannten regeln ermessen kann, dass hinterhältige fußtritte unbedingt eine rote karte gerechtfertigt hätten, wohingegen so mancher platzverweis... aber wir können unbesorgt sein: wer das (weltpolitische) spielfeld verlassen muss, kriegt meist einen hochdotierten posten in der wirtschaft. wär man doch schön blöd, wenn man fair spielt und bleibt. die, die sich an die regeln halten oder gar: mit blick fürs ganze das spiel unter einsatz von energie, können und verantwortung am laufen halten, sind doch beim postenschachern die idioten. wie der kollege meiner bildunganstalt. aber wenn die fehlen, die für etwas einstehn (bei uns hieß das mal: mein arbeitsplatz ist mein kampfplatz für den frieden, ich meine bei aller parteiblöden rhetorik, irgendwas ist da doch dran, will sagen, wenn von über 50 mitarbeiter_innen 1 im betriebsrat mitmischt und 2 das betriebsfest organisieren während die anderen 46 nicht mal einen salat mitbringen, geschweige denn sich für irgendwelche belange interessieren, aber glauben wegen der egoistisch durchgezogenen karrierenummer anrecht auf beförderung zu haben und diese dann auch bekommen, weil soziales engagement da nicht zählt, sondern nur die richtigen scheine und seilschaften) da stimmt doch was nicht im system!
in diese welt wird am anfang des nächsten jahres dann unser kind geboren, das glücklicherweise momentan in meinem bauch größer wächst als die wut. so etwas fängt von anfang an. und der wirbel in kopf herz und bauch fordert seinen tribut. ich verschlafe fußballspiele und wusste erst nicht wohin und nun auch nicht weiter und das ist merkwürdigerweise plötzlich gut. von bauchbildern, geburtscoundown (das gibt es, aber das verlinke ich jetzt nicht) und weiteren betrachtungen zur kindeslage sehe ich ab und alle anderen bitte von ihren ratschlägen. auf einen satten sommer!

Dienstag, 18. Mai 2010

eltern schaffen

die bundesfamilienministerin (kinderlos) verspricht materielle anreize für zukünftige elternschaft, damit die geburtenzahlen steigen und die demographische talfahrt aufgehalten wird. wenn bis ende der woche 10.000 euro auf meinem konto eingegangen sind, bin ich dabei! na sagen wir: 20.000, frau schöder. nicht für die aufzucht, sondern einfach für mich. als  anerkennung, nein, als ausgleich für die fehlende anerkennung. wenn ihr mich schon als  wirtschaftsfaktor verbraten wollt, dann lasst es euch was kosten. der dreh in den köpfen ist sowieso unbezahlbar. wie wäre denn z.b. eine vorbehaltlose förderung von frauen im gebärfähigen alter? statt mit gesenktem kopf schuldbewusst die schwangeschaft zu gestehen und um die verlängerung des befristen vertrags für die 50%-stelle zu flehen, wäre doch eine garantierte leitungsfunktion ein guter anreiz. ich hätte auch nichts dagegen, wenn man mich dann nicht als opfer bezeichnen würde, das sich freiwillig die aussicht auf berufliche qualifizierung verbaut und froh sein kann, wenn es ein paar werkaufträge zugeschustert bekommt. selber schuld, hat sich eben so entschieden. wenn ich an die kollegin mit den vier kindern denke, die in ankündigung ihres dritten kindes die versprochene stelle dann nicht bekam. klar, dass sind immer ganz komplexe entscheidungen und sie hatte gegenüber einer anderen (kinderlosen) kandidatin auch nicht das zeug und dann auch nicht mehr die zeit und die nerven, sich weiter durchzuboxen. aber sie hatte anspruch auf anerkennung und die haben wir ihr verweigert. dafür schäme ich mich heute. das problem ist doch nicht die mangelnde intellektuelle fähigkeit von müttern, sondern der zeitweise fehlende zugang zu den netzwerken, der verlust von fördermöglichkeiten - dieses wegvomfenster, nichtmehraufdemschirmsein und nicht permanent für die selbstvermarktung im einsatz. die unterbrechung einer laufbahn, der studienabschluss etwas später, die promotion verschoben und zack: ins hintertreffen geraten, während die kinderlosen ihre juniorprofessuren einstreichen. und der ausweg ist nicht die verkürzung der ausbildungszeiten, wie uns die wirtschaft suggerieren will. denn unsere leben sind keine generalstabspläne (mit 23 der abschluss, mit 25 die promotion, dann 2 jahre berufserfahrung und dann steht der elternschaft nichts mehr im wege?). eine antwort wäre gelassenheit, wertschätzung, verantwortung auf allen seiten. alle kriegen ihre kinder wann und wie und so oft sie wollen. und sie sind trotzdem menschen in berufen, menschen in verantwortlichkeiten, menschen in beziehungen. und keine kinder zu haben ist auch keine schande (qualifiziert aber erstmal für nichts), aber angst ist in dieser sache eine schlechte beraterin. gegen die angst hilft nur ausprobieren und sich laut wehren. wem sag ich das? 

Donnerstag, 6. Mai 2010

du sollst nicht handeln

hatten wa nich eene abmachung, du unstet wanckelmütig glück? dit du mir in ruhe lässt dieset jahr. keene vaänderung, keen wandlungsprozess, keene spirituelle erneuerung. scheiß uff dit brijitte-horoskop. allet bleibt so schön wie et is. ick war vorsichtich, ick kenn dir aas, ick hatte dir von anfang an im vadacht! aba dit du mir so fies und nachhaltig existenziell (schreibt man jetzt so) zwischen de beene haust, freundchen, so ham wa nich jewettet. dit mitta kollejin, jeschenkt, dit aus da erkältung n bronchialasthma geworden ist, seiet drum. aber jetzte is wirklich sense. da kicherst de nur leise, wa? du sitzt immer am längren hebel und dit fräulein dokta in spe is neese. aber warte. dir mach ick beene. uffm arm nehm kannste mich, aba nich schaukeln! und komm mir jetzt nicht mit: wer weeß wozu dit jut is. wir beede sind fertich miteenander. aba endjültich. 

ps. wenn dit jetzt nicht sofort uffhört zu regnen, passiert wat! ick bin würklich wütend!

Montag, 26. April 2010

rettung ist da


pastor lindner spricht zur internetgemeinde. die fdp sieht sich bereits als nachfolgeorganisation der katholischen kirche (mit missionsauftrag, bitte den letzten satz beachten!). als auffangbecken für  die enttäuschten moralisten und angstgeplagten. nun eine neue religion: der markt. ich glaube an das wirtschaftswachstum, die heilige neoliberale kirche und an bambi lindner ihren selbsternannten  patron. ist auch irgendwie zeitgemäßer. der markt ist zwar auch nicht sicher, aber er scheint wenigstens berechenbar. und hier zählt der einzelne wieder was. schluss mit  kollektivismus, eine hand wäscht die andere, ha: auge um auge, zahn um zahn, ich will mir endlich wieder selbst der nächste sein! und ich will (mir) was leisten. meine ARBEIT MUSS SICH LOHNEN. arbeit ist meine kirchensteuer. ich zahle also bin ich. wer nicht arbeitet, ist gar kein mensch im grunde. er dreht das rad nicht mit. scheiß solidaritätsgefasel. und kommt uns doch nicht mit werten. werte sind wertlos, sie bringen nichts ein. haben wir doch gesehen, wo das hinführt: eine religion, die sich auf werte beruft, ist ein saftladen, eine große seifenblase. Also her mit der hardware: mein haus, mein auto, meine frau. jung, erfolgreich, eindimensional. nicht nach rechts und links sehen! nur nach vorne, immer nach vorne. bleiben wir also papst. tauschen wir den alten verbohrten gegen den jungen wendigen. der nicht scheinheilig wasser predigt und wein trinkt, sondern den heiligen schein über uns allen erstrahlen lässt. der ohne script und komma verkündet, was gut ist und was böse. und er führt uns nicht in versuchung, sondern hinter das gelbe licht der ehrlichkeit. amen.

Mittwoch, 21. April 2010

ich will nicht, dass sich was verändert

ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was verändert, ich will nicht, dass sich was ver

Montag, 22. Februar 2010

mensch meier

bvg I - u2 richtung theodor-heuss-platz:
vier personen in ausgelassener stimmung betreten den wagen. die fahrausweise! kein lichtbildausweis zum semesterticket. los aussteigen: personenstandabfrage. (seit ich in besitz eines semstertickets bin, wurde noch niemals mein ausweis verlangt.) ein zweiter kontrolleur: dit ham wa jerne, keen ausweis dabei haben, dit sind die richtigen. solche wie dich kenn wa. -würden sie bitte aufhören mich zu beschimpfen. ich möchte gerne ihren dienstausweis sehen. - kannste abhaken. - ich habe leider keinen personalausweis, weil ich vor kurzem bestohlen worden bin. -interessiert mich nich. mein mann ist mit mir ausgestiegen und mischt sich ein, zum "pöbler": lassen sie bitte die frau in ruhe. -ick kann hier anpöbeln wen ick will, ick bin ja keen kontrolleur. -ich möchte sie noch mal bitten, mir ihren dienstausweis zu zeigen und mir die nummer ihres vorgesetzten zu geben. -muss ick nich, steht allet uffm zettel, hier macht ja keener irgendwat. -ich werde jetzt die polizei rufen, wenn ich weiter so behandelt werde. fluchtartig verlassen alle vier personen den bahnhof.

in der bvg-kontakstelle nimmt man telefonisch meine beschwerde auf. -das müssen sie sich nicht gefallen lassen. bitte schreiben sie ein gedächtnisprotokoll und schicken sie das an das beschwerdemanagement der bvg. 

bvg II - u2 richtung theodor-heuss-platz, der morgen danach:
zwei männer betreten den wagen, darunter der "pöbler", der angeblich nicht für die bvg arbeitet. die fahrausweise! ich zeige pass und semesterticket - ich denke, sie sind gar kein kontrolleur. -ick kenn dich nich! und nochmal - ick kenn die olle nich. der andere kontrolleur zieht den mann weg. es riecht nach alkohol. die anderen fahrgäste sind empört. ich habe mir die nummer des dienstausweises notiert.

bvg III - u2 richtung ruhleben, der morgen danach:
zwei männer betreten den wagen, der kontrolleur des ersten tages und der "pöbler". die fahrausweise, bitte! ich zeige pass und semesterticket. - deinen namen wer' ick mir merken.
ich schreibe drei lange seiten an das beschwerdemanagement der bvg: sehr geehrte damen und herren usw. würde sie freundlich bitten, den vorfall zu prüfen und gegebenfalls ein disziplinarverfahren gegen die kontrolleure einzuleiten. 

ich überweise 40 euro, weil ick keinen bock auf weitere auseinandersetzungen im kundencenter habe.

bvg IV - post der bvg:
sehr geehrte frau zauder,  in bezug auf usw. teilen wir ihnen folgendes mit. sie konnten kein amtliches personaldokument vorweisen, wozu sie laut blablabla verpflichtet sind. zur ihren vorwürfen wurden die mitarbeiter befragt: sie verhielten sich auf dem bahnsteig unpassend und beschimpften die mitarbeiter lautstark. auch stieg mit ihnen kein weiterer fahrgast aus, bzw. hielt sich in unmittelbarer nähe auf. nur unter protest füllten sie das formular zu personalienüberprüfung aus. zu keinem zeitpunkt erwähnten sie ihren gestohlenen personalausweis. die kontrolleure beteuerten, mehrmals ihre dienstausweise gezeigt zu haben usw. die fakten sind eindeutig. nach überprüfung unserer unterlagen geben wir ihnen nochmals die möglichkeit, eines der oben genannten personaldokumente in unserem kundenbüro vorzuzeigen. wir werden den vorgang dann erneut prüfen. mit freundlichen grüßen...

bvg V - fristgerecht, kundenbüro:
ich betrete über einen schmuddeligen hinterhof die servicezentrale der berliner verkehrsbetriebe. während ich noch nach orientierung suche, bedeutet mir eine dame mit akzent unmissverständlich: die zahlungungsaufforderung! - ich habe keine zahlungsaufforderung, ich möchte... - dann sind sie hier falsch! - ich möchte... ich bekomme eine nummer. lange warten muss ich nicht, der mann am schalter ist freundlich und liest mir vor, was die kontrolleure in die betreffzeile zu meinem vorgang eingetragen haben: sehr uneinsichtig! den rest habe ich vergessen. bei einer zivilklage wird dieser kommentar anerkannt. dazu raten würde er mir aber nicht.

anerkennung für die berliner verkehrbetriebe.

nachtrag:
s-bahn I - s1 richtung frohnau, abends, -16 grad:
30 minuten wartezeit lichterfelde west, am nordbahnhof: bitte alle aussteigen, der zug wird ausgetauscht. im ausgetauschten zug, der bis gesundbrunnen fährt: die fahrausweise bitte! der ganze wagen lacht. - entschuldigen sie, liebe fahrgäste, ich weiß auch nicht, was das hier soll. bitte lassen sie ihre fahrausweise stecken und verzeihen sie nochmals die störung. 

wir applaudieren.




Dienstag, 2. Februar 2010

bewegungswiderstand

was mich wirklich wütend macht, ist die mit fortschreitendem alter dringlicher werdende notwendigkeit zur körperlichen ertüchtigung. ich hab ja auch nichts gegen bewegung, aber ich hab was gegen verordnete bewegung und ich habe - ehrlich gesagt - was gegen diesen meinen körper, der mir bewegung verordnen will. und schon überhaupt habe ich was gegen bewegung als signum einer wohlstandsgesellschaft, die mich von prekariatären menschen unterscheiden will, weil ich DREIMAL die woche MINDESTENS eine stunde leibesertüchtigung vollziehe, ohne die ich früh sterbe oder die krankenkassen belaste. reicht ja nicht, dass ich kein fleisch esse, fünf portionen obstundgemüse am tag vertilge, nicht rauche und gemäßigt alkohol trinke. ich meine, für frauen bedeutet das ein HALBES glas wein am tag - wozu soll ich da überhaupt alkohol trinken: um zu wissen, was ich verpasse? dazu soll ich auch noch dizipliniert und regelmäßig sport treiben: DREIMAL die woche MINDESTENS eine halbe stunde ausdauer plus gymnastik plus gerätetraining und meditation - ich meine, meditation ist dann auch das einzige, was noch hilft gegen die permanente angst wegen einer currywurst oder dem verpassten pilates-kurs vielleicht doch bereits mit 38 an einem malignem melanom zu erkranken. es wird doch so sein, dass in zehn jahren keine kasse mehr behandlungskosten bei herzkreislauferkrankungen übernimmt, weil sie uns ja schließlich eindringlich gewarnt haben: eine gesunde lebensweise schützt zu mindestens 78% vor krankheiten. das ist bewiesen. klar ist auch: wer wöchentlich 40 stunden arbeitet, kinder betreut und viel sport treibt, braucht in jedem fall einen guten coach der die lebensplanung organisiert und optimiert. da bleibt definitiv keine zeit mehr für muße, selbsterkenntnis und soziale kontakte über arbeitsplatz und kernfamilie hinaus (es sei denn, die eine stunde im monat wird im kalender vermerkt). menschen, die in der dauernden lebensoptimierungsanstrengung leben, halten - ich will es man so sagen -  das system  am laufen. oder anders: in der ddr hat man in zeiten der großen versorgungsengpässe den goldbroiler erfunden.
ich werde mich gegen die optimierungs- und ökonomisierungsslobby wehren, so lange ich noch kriechen kann. die scheiße ist bloß, das mir wirklich alles weh tut. leider ist draußen schneesturm und da wirds wohl mit dem waldlauf heute nichts werden. dabei hätte ich mich jetzt ganz gerne ein bisschen bewegt. so wirds wohl auf eine zweite ibuprofen hinauslaufen. ich bin jetzt im passiven widerstand.

Dienstag, 15. Dezember 2009

credo (bambi lindner zugeeignet)

ich bin zu alt fürs hohe amt
ich bin in der falschen partei
ich mache zu oft was ich nicht soll
und hab noch spaß dabei
ich habe die chance meines lebens verpasst
jetzt helfen mir nur noch kontakte
denn wer seine zeit mit zweifeln verprasst
ist reif für teufels kontrakte

ich such' nun und gebe das höflich bekannt
einen besseren posten im staate
ist irgendne präsidentschaft vakant?
ich teil' hiermit mit, dass ich warte:
es ist mir egal was wann wie und wo
ich möchte nur endlich regieren
ich werde sonst meines lebens nicht froh
und im hinterzimmer erfrieren

ich passe mich an, ich mach alles mit
ich rede euch nach dem buche
ich halte im phrasendreschen mich fit
seht doch, was ich alles versuche
ich habe doch genau wie ihr
die falschen ideale
es ist doch immer die alte gier
in jeweils neuer schale:

wenn es da oben einen gibt,
dann höre er meine gebete
ich habe lange selbstlos geliebt
ich will jetzt endlich mehr knete

alternativ einzufügen:
- garnelenpastete
- ein zimmer mit luxustapete
- vor allem die laute trompete
- ne abwehrrakrete.

Montag, 23. November 2009

aua (holpriger reim unter ibuprofen-einfluss)

der arm tut weh, die schulter tut weh, der kopf tut weh, ojemine
am schreibtag tut mir immer was weh, ach je ach je ach je
lass ich das schreiben bleiben, dann muss ich nicht mehr leiden
wenn ich das richtig seh, tut mir das schreiben weh,
tun sich vom vielen denken, die glieder mir verrenken
und krieg ich nur mit medizin das summa vorm cum laude hin
ist das der ganze lebenssinn, das wissenschaft betreiben
kann ich mir das nicht schenken
ne ne ne ne ne ne.



Montag, 16. November 2009

nicht, dass was wäre...

es ist einfach so, dass es ist wie es ist. es ist in ordnung, aber es ist wie es ist, so in ordnung. es könnte wesentlicher sein. so ist es eben immer kurz vor oder lange nach: den wichtigen fragen, dem eingemachten, dem von sich absehen, dem auseinander- und zusammensetzen, den wirklichen worten, dem mut des anfangs, der unbedingtheit. dass es doch etwas anderes gibt als unser alltägliches psychodram, will ich sagen. mache aber doch nicht den ersten schritt. rumore in mir und komme nicht von der stelle und nicht an den runden tisch. wo wir doch sitzen sollten um zu reden über den tod und das leben. dass den worten etwas folgt. dass etwas weiter geht, anders weiter geht. dass wir nicht hier sind um einfach so da zu sein. dass wir doch könnten.

muss da erst ein student vor den zug, eine quelle-verkäuferin brennen, müssen sich zehntausend opel-mitarbeiter im ruhstadion erhängen, damit wir uns auf den straßen treffen, um zu verändern.  dass wir ein VOLK sind. in erwägung unsrer schwäche.

Sonntag, 8. November 2009

nicht mehr hören und sehen:

die krise
ingo schulze zum mauerfall
johannes b. kerner zum mauerfall
die kanzlerin zum mauerfall
ossis zum mauerfall
wessis zum mauerfall
amis zum mauerfall
ddr-bürger auf dem weg in die freiheit
vollendete einheit
schwarz rot gold
schweinegrippe in deutschland
bundeswehr in afghanistan
bundesaußenminister westerwelle
bundesgesundheitsminister rösler
bundesarbeitsminister jung
bundesverkehrsminister ramsauer
die fahrscheine mal bitte
preiserhöhungen bei der bahn
sozialleistungen gekürzt
betreuungsgeld kommt
die uhr tickt
wollt ihr kinder
wie weit bist du eigentlich mit der diss
baumaßnahmen auf der u2 voraussichtlich bis ende 2010
baumaßnahmen auf der berliner straße voraussichtlich bis ende 2012
wolken, sprühregen, 7 grad
weihnachtsmänner im november
ich habe keine zeit
hör auf zu jammern